1769 für die ehemalige Benediktinerabtei Ettenheimmünster gebaut, fand die Johann Andreas Silbermann-Orgel nach der Säkularisation 1804 ihren neuen Platz in der unweit gelegenen Wallfahrtskirche, die Dorfpfarrkirche wurde. Selbstverständlich war der Verbleib in Ettenheimmünster nicht, gab es doch eine Reihe von Interessenten für das Instrument. Schnelles Handeln jedoch bewahrte die Orgel vor einer Veräußerung an andere, und so konnte die Orgel in Ettenheimmünster verbleiben - obwohl die Gemeinde die Orgel zuerst gar nicht wollte, weil ihr die Gottesdienste nun "zulange" dauerten.
Lange Zeit blieb die Originaldisposition unangetastet. 1872 wurde Orgelbauer Johann Heinrich Schaefer (Heilbronn) vom Staat mit einer Romantisierung der Orgel beauftragt. Diesem Eingriff fielen die Terz- und Zungenstimmen zum Opfer (außer der Pedal-Trompette); die Pedalklaviatur wurde erweitert.
Die 1964 mit der Restauration beauftragte Firma Ernest Muhleisen (Strasbourg) machte den Eingriff rückgängig. Die Disposition wurde im Pedal um Clairon 4' erweitert. Neu angelegt wurde auch eine Trakturkoppel Positiv - Pedal.
Glück hatte die Orgel (und die Menschheit), als 1917 die Original-Prospektpfeifen Silbermanns auf wunderbare Weise vor der Metallspende für den I. Weltkrieg gerettet wurden.
Bemerkenswert bei diesem Instrument ist, dass das zweite Manual nicht -wie bei den Straßburger Silbermann üblich- als Rückpositiv gebaut ist, sondern hinterständig (erhöht zwischen den beiden Pedalladen) angebracht ist. So, wie es wohl auch am ursprünglichen Standort, in der nicht mehr erhaltenen Klosterkirche, gewesen sein muss. Über den Grund dafür kann nur spekuliert werden.
Eine besondere Faszination übt der strahlende, helle Klang aus, der dieser Silbermann-Orgel quasi eigentümlich ist - nun schon weit mehr als 230 Dienstjahre.